Und dann gibt es noch eine "Abart" dieser Verrückten, die ihre Freizeit damit verbringen, in dunklen, feuchten Gewölben herumzukriechen, sich mühsam abseilen oder durch enge Löcher drücken - Höhlentaucher, ursprünglich Franzosen aus der Region, deren Forscherdrang sich auch dadurch nicht abhalten ließ, daß ein Teil der Höhlen oder Höhlenabschnitte eben unter Wasser liegen. Versuchte man zu Anfang häufig, unter Wasser liegende Abschnitte leerzupumpen, mußte man jedoch ebenso häufig feststellen, daß sich eine Quelle eben nicht so ohne weiteres trockenlegen läßt, und wo bekanntermaßen ein Wille ist, ist auch ein Weg…
Heute sind zahlreiche Quellen bekannt - einige allerdings sehr schwierig zu erreichen. In einigen wird noch immer weiter geforscht, wie z.B. in der Goul de la Tannerie in Bourg St. Andeol von Olivier Isler und seinem Team. Einige der U/W-Höhlen sind zumindest rudimentär kartographiert, andere werden - häufig aus Angst vor Unfällen unqualifizierter Taucher - möglichst geheimgehalten. Insgesamtgesehen ist es nicht leicht, an verläßliche Informationen über genaue Lage, Tiefe und Verlauf der Höhlen zu kommen. Mit gutem Kartenmaterial, einem guten Höhlenführer (siehe Literatur), zumindest französischen Grundkenntnissen und viel Zeit und Geduld ist es jedoch möglich, vor Ort an die erforderlichen Infos zu kommen, in dem man sich einfach "durchfragt". Meist kennt irgendwer irgendwo irgendjemanden… So wurde uns z.B. der Tip gegeben, für die genaue Lage der Source de l'Ecluse einfach die dort im Fluß badenden Campinggäste zu fragen, wo das Wasser deutlich kälter ist als normal.
Nicht unterschätzen sollte man den Schwierigkeitsgrad der Höhlen - er liegt unserer Meinung nach deutlich über dem in der Dordogne. Dies betrifft nicht nur den Zugang (ohne entsprechende Ausbildung raten wir von Abseilaktionen eindringlich ab); häufig ist auch der Höhleneingang selbst sehr eng oder mit gefährlich lockerem Geröll verschüttet. Darüber hinaus verlaufen viele Höhlen sehr schnell relativ tief, so daß erhebliche Dekozeiten die Regel sind, wenn überhaupt ein sicheres Tauchen mit nur Preßluft möglich ist. Den erhöhten Zeitaufwand, den Suchen (und Finden) der Höhlen, Einstieg, Planung und der Tauchgang selbst erfordern - vor allem wenn man kein Supportteam hat -, haben wir hier deutlich unterschätzt, so daß wir in zwei Wochen gerade einmal dazu in der Lage waren, uns einen ersten Eindruck von dem Gebiet zu verschaffen, die genaue Lage einiger Höhlen zu finden und auch nur einen geringen Teil der gefundenen Höhlen zu betauchen. Dementsprechend ist die Liste der auf dieser Seite beschriebenen Höhlen mit vier relativ kurz - spätestens nächstes Jahr werden wir uns jedoch alle Mühe geben, sie deutlich zu verlängern…
Erstveröffentlichung: 13.07.2000
Letzte Aktualisierung: 08.02.2003

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