Diese Höhle liegt im alten Ortskern des mittelalterlichen Städtchens Bourg St. Andeol in direkter Nachbarschaft zu der U/W-Höhle Goul du Pont, die vor allem deswegen eine gewisse zweifelhafte Berühmtheit erlangte, da eine Zeitlang diverse Taucher sie dazu mißbrauchten, um sich gegenseitig in Tieftauchrekorden zu übertrumpfen. Dies führte dazu, daß die Gemeinde aus Angst vor Unfällen schließlich die Höhle sperren und zuschütten ließ. Ihre flachere "Schwester" ist nur noch mit Genehmigung betauchbar, die jedoch bei der Gemeindeverwaltung unter Nachweis der erforderlichen Qualifikation erhältlich ist. Malerisch, umrandet von einer grünen Wiese, tritt die Quelle unter einem hohen, größtenteils über Wasser befindlichen Felsbogen aus und wird zunächst in einem kleinen Felspool aufgefangen, plätschert dann als glasklarer Wasserfall hinunter in den Mühlbach, auf dem sich Enten und Gänse tummeln, fließt an dem alten, zerfallenen Mühlengebäude vorbei und wird schließlich teilweise abgeleitet in eine als römische Tempelanlage gestaltete, alte Wasserstelle (zwischen den beiden Quellen befindet sich ein antikes Steinrelief aus dem 3. Jahrhundert, das zu einer römischen Kultstätte gehörte, die dem Stiertöter Mithras geweiht war).
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Der Einstieg in den Pool über die kleine Mauer mit dem Wasserfall ist etwas glitschig, und der Ausstieg hat ebenfalls seine Tücken (so ähnlich wie ein Schwimmbad ohne Leiter) aber mit etwas Übung kein größeres Problem (so elegant wie Philippe, der uns die Höhle gezeigt hat, in der Nähe lebt und wie auf einem Sonntagsnachmittagsspaziergang seine Doppel-20er plus zwei 10l Stageflaschen hinein- und wieder hinausbugsiert hat, schafft man es natürlich nicht auf Anhieb...).
Die Höhle selbst ist zunächst wenig spektakulär, aber auch nicht uninteressant - besonders wegen ihrer meist niedrigen Gänge ist sie an manchen Stellen (niedrige Restrictions) nicht ganz leicht zu betauchen. Von großem Vorteil ist ihre geringe Tiefe: 700 Meter weit kann man auf Tiefen zwischen 2 und 8 m tauchen, ein schöner Circuit, der bei 200 Metern beginnt, ist ebenfalls möglich. Die sehr hellen, schön ausgewaschenen Felswände geben dieser Höhle fast so etwas wie eine freundliche Atmosphäre - bis man die 700 m Marke überschreitet: Dann geht es in Absätzen zügig abwärts, 45 m, 60 m, 80 m, 115 m und weitere Erforschungen sind noch im Gange. Doch soweit muß es ja gar nicht sein - die Höhle ist ebenso schön für einen langen, gemütlichen Tauchgang ohne großen Streß und - 'mal ausnahmsweise ohne Deko...
Außerdem wartet draußen - wie dafür gemacht - ungefährt 15 Schritte vom Einstieg entfernt unter Bäumen auf der Wiese eine Parkbank für das wohlverdiente Picknick - und Gourmets holen sich in 5 min. zu Fuß aus der Boulangerie in der Stadtmitte eine frische, warme Baguettestange oder ein sahniges Eis...

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© copyright 1998 - Sandra und Andreas Haars
Erstveröffentlichung: 13.07.2000
Letzte Aktualisierung: 08.02.2003
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