Es gibt in dem Gebiet, wo die Dichte betauchbarer Höhlen am höchsten ist, eine Vielzahl von Tauchbasen bzw. Füllstationen, die auf die Bedürfnisse von Höhlentauchern eingerichtet sind. Uns wurde vor unserem Besuch besonders die Basis von Bill Rennaker in Luraville ans Herz gelegt, in unmittelbarer Nähe von Telford Springs (5 min.), Peacock Springs (7 min.) und Cow Springs (10 min.). Bill's Basis liegt unverfehlbar direkt am State Highway 51 gegenüber der Agriculture Inspection-Station in Luraville, 4 Meilen von Mayo und rund 20 km von Live Oak entfernt. Sein grauer "double wide" Trailor liegt etwas zurückgesetzt im Wald, ist allerdings problemlos von der Straße aus zu erkennen, auch wenn keinerlei Schild darauf hinweist, was für ein Power-Kompressor hier auf "luftbedürftige" Taucher wartet.
Wobei "Luft" eigentlich die Sache nicht ganz richtig trifft: Die halbe Füllstation ist "reserviert" für ein 34er Nitrox-Premix, wobei Bill von Luft bis 100% Sauerstoff und Trimix alles füllen kann - dann allerdings macht er dies selbst. Ansonsten ist das Ganze die erste professionelle Pressluft- bzw. Nitrox-"Selbstbedienungsanlage" die wir erlebt haben: Mit einer aus 5 als Kaskade geschalteten Nitroxspeicherflaschen bestehenden Speicherbank, die bis auf 300 bar hochgepumpt wird, sowie einem zusätzlichen Booster und drei Füllanschlüssen, an denen jeweils 5 m lange Füllschläuche hängen, bekommt man eine kurze Einweisung verbunden mit der Bitte, nach dem Füllen den Verbrauch zu notieren, und dann kann man jederzeit kommen, füllen, und gehen wie man lustig ist. Nach Bill's Aussage hat sich dieses Vertrauen bislang ausgezahlt - nur selten stellt er beim Auffüllen der Speicherflaschen Abweichungen zu dem nach den Kundenabrechnungen aufgeführten Verbrauch fest. Besonders praktisch sind die langen Füllschläuche, da man, wenn man langsam füllt, die Flaschen - vor allem die schweren Doppelpakete - nicht einmal aus dem Auto holen geschweige denn abmontieren muß: Man fährt einfach vor, öffnet den Kofferraum, schließt die Flaschen an, füllt, hält dabei ein Schwätzchen mit anderen Tauchern, die gerade dort sind, schreibt den Verbrauch auf und düst wieder ab zur nächsten Höhle.
Abgesehen davon hat Bill in seiner Werkstatt ein ganzes Arsenal an nötigen und nützlichen Höhlentauchzubehör im Angebot - besser ausgestattet als so manches Tauchgeschäft -, aber er würde niemals aktiv dafür werben, sondern man muß ihn einfach nur in Loch in den Bauch fragen. Die ganze "Palette" der Ausbildung wird ebenfalls von ihm angeboten - allerdings konnten wir uns während der gesamten Zeit nicht des Eindrucks erwehren, daß für Bill nicht alleine der kommerzielle Zweck seines "Betriebes" im Vordergrund steht, sondern vor allem auch die Freude am Höhlentauchen - die eigene ebenso wie die seiner Gäste.

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© copyright 1998 - Sandra und Andreas Haars
Erstveröffentlichung: 07.01.2001
Letzte Aktualisierung: 08.02.2003
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