Cow Springs ist ein hübscher, kleiner, kristallklarer Quelltopf, der versteckt im Wald liegt und - jedenfalls zur Zeit unseres Aufenthalts - deutlich weniger frequentiert war als die größeren Systeme wie Ginnie Springs und Peacock Springs. Auch hier gibt es zwar ein paar Annehmlichkeiten der Zivilisation wie Abfalleimer, ein etwas holpriger aber trotzdem ohne Probleme befahrbarer Waldweg führt bis wenige Meter oberhalb der Quelle und gut ausgetretene Trampelpfade schlängeln sich direkt hinunter zu dem flachen, einem Naturschwimmbecken ähnlichen Einstieg, aber ansonsten teilt man sich diesen Ort nur mit eventuellen anderen Tauchern und - einer Vielzahl hungriger Mücken, die die Kombination aus Feuchtigkeit, Halbschatten, stehender Luft und appetitlichen Warmblütern (sprich: Tauchern) durchaus zu schätzen wissen.
Frühmorgens, noch bis mittags oder mit einer entsprechenden Schicht Autan versorgt ist Cow Springs jedoch ein ausgesprochen schönes, verwunschenes Plätzchen, das darüber hinaus noch über den Vorteil einer interessanten kleinen Cavernzone verfügt. Es gibt einen Upstream- und einen Downstream-Bereich, wobei wir nur den - angabegemäß interessanteren - Upstream-Teil betaucht haben. Den Zugang hierzu findet man, wenn man auf der dem Parkplatz zugewandten Seite des Quelltopfes bis an den tiefsten Punkt taucht und sich dort unten (Sandgrund in reichlich 6 Meter Tiefe) um 180° um seine eigene Achse wendet. Schräg links vor sich sieht man dann eine niedrige Restriction, die Backmount gerade noch so durchtauchbar ist. Achtung: man darf sich nicht irritieren lassen von einem hübschen kleinen Loch in der Felswand, das beim Abtauchen unweigerlich ins Auge fällt und regelrecht dazu einlädt, sich an ihm zu versuchen, aber dies ist der falsche Weg: es liegt ein paar Meter zu hoch, auf der falschen Seite, und außerdem bleibt man unweigerlich darin stecken...
Zu erkennen ist die richtige Restriction daran, daß man, wenn man sich flach auf den Grund legt und mit der Lampe den kleinen Raum dahinter ausleuchtet, sehen kann, wie die Strömung in "Wellen" immer wieder Sand über eine Kante hochspült, hinter der die Höhle offensichtlich senkrecht nach unten führt. Und genau unterhalb dieser Kante beginnt dann auch die Main Line - was von außen unmöglich zu erkennen ist.
Erstveröffentlichung: 07.01.2001
Letzte Aktualisierung: 08.02.2003

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