Für diese Halbinsel sollte man sich mindestens einen Tag Zeit lassen und am besten schon frühmorgens auf den Beinen sein, um die erste Fahrstrecke bis Tralee hinter sich zu bringen, bevor der Touristenstrom auf dem Ring of Kerry anläuft. Noch besser ist es, den Weg über die Slieve Mish Mountains abzukürzen; auf der Paßhöhe erschließt sich im dunstigen Morgenlicht eine wunderbare Aussicht auf die Hügel des Hinterlandes. Weiter geht es entlang der Tralee Bay zur Brandon Bay: Im Vordergrund ausgedehnte grüne Weideflächen mit grasenden Kühen, dahinter die kilometerlangen weißen Strände, die an die Nordseeküste erinnern.
Nach Durchquerung des hübschen Ortes Cloghane (urige Pubs) geht es durch hohe Fuchsienhecken hinauf zum Brandon Point. Eine fantastische Aussicht über die Brandon Bay belohnt für die zum Teil nervenaufreibend enge Strecke, und wer mag und gut zu Fuß ist, kann über die Schafweiden noch höher hinaufsteigen und in absoluter Ruhe den einzigartigen Rundblick genießen.
Zurück geht es wieder durch Cloghane, um kurz danach die Straße rechts hinauf auf den Conair Paß zu nehmen. Da dieser Paß zum Pflichtprogramm eines jeden Dingle-Reisenden gehört, ist die Straße verhältnismäßig gut ausgebaut und bietet eine Vielzahl von kleinen Parkbuchten, um auch unterhalb der Paßhöhe immer wieder anzuhalten und die Ausblicke hinunter ins immer enger werdende Tal mit den kleinen Seen Lough Gal und Lough Crottia zu erleben, die wie Smaragde im Zwielicht der zwischen den dunklen Wolken hindurchscheinenden Sonne glitzern. Während sich diesseits des Passes ein eher düster-faszinierendes Bild ergibt, sieht man, sobald man die Paßhöhe erreicht hat, auf der Südseite unten in Dingle-Town die heitere Sonne auf sanftes grünes Hügelland herabscheinen. Wir durchqueren aber Dingle-Town zunächst nur, um entlang der Dingle Bay Richtung Westen zum Slea Head zu fahren.
Die Küste wird hier immer steiler, und nach etwa 20 min. ist der Aussichtspunkt bei Fahan erreicht, von dem aus man eine wunderbare Aussicht über das Meer zu den Blasket Islands hat. Für historisch Interessierte: Hier befindet sich auch die größte Ansammlung von "Bienenkorbhütten" (Mönchszellen aus dem frühen Mittelalter), die die Insel zu bieten hat.

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Erstveröffentlichung: 22.10.1998
Letzte Aktualisierung: 08.02.2003
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