Diesen, vielleicht berühmtesten Rundweg auf Irland sollte man auf jeden Fall "erfahren", auch wenn man ihn in der Hochsaison auf vielen Strecken mit ebensovielen Gleichgesinnten teilen muß. Doch es gibt auch noch ruhige Nebenstrecken, auf denen man selbst im Juli oder August kaum eine Menschenseele trifft; und wer die Zeit und Fitness mitbringt, um den Ring of Kerry zu erwandern oder (allerdings nicht gerade auf Hauptverkehrsstrecken) zu beradeln, wird einzigartige Eindrücke von dieser romantisch-schönen Landschaft mit nach Hause bringen.
Ein Tip übrigens noch: In vielen Reiseführern wird empfohlen, während der Hauptreisezeit im Juli und August den Ring of Kerry gegen den Uhrzeigersinn zu befahren, da dies die vorgeschriebene Fahrtrichtung der Reisebusse ist. Dies soll verhindern, daß es auf den ohnehin zum Teil recht engen Straßen zu Staus kommt wegen zweier Busse, die nicht aneinander vorbei passen. Tatsächlich wird diese Richtung empfohlen, um nicht in unübersichtlichen Kurven sich plötzlich einem Reisebus gegenüber zu sehen, dem man kaum ausweichen kann. Der Nachteil ist allerdings, daß man dafür im schlimmsten Fall Ewigkeiten hinter zig Bussen hinterherzockelt, während ungeduldige Einheimische in gewagten Überholmanövern an einem vorbeibrausen. Wir haben es auf unseren diversen Ausflügen als angenehmer empfunden, mit dem Uhrzeigersinn zu fahren, und mit etwas Gefühl für den Linksverkehr ist das Ausweichen - wenn man entsprechend vorsichtig fährt - auch kein Problem.
Von Valentia Island aus empfiehlt sich der Ring of Kerry in einer etwas abgewandelten Variante: Statt den direkten Weg über Cahersiveen zu nehmen, ist es landschaftlich ungleich reizvoller, von Portmagee aus über die grünen Hügel nach St. Finian's Bay zu fahren. Oben hat man eine wunderbare Aussicht auf Puffin Island und die Skelligs, auf der Fahrt in die Bay hinunter durchquert man mehrere Meter hohe Fuchsienhecken. Es lohnt sich auch ein Abstecher in die kleine windgeschützte Hafenbucht. Meist liegen hier nur ein bis zwei kleine Fischerboote, und besonders in der Mittagszeit, wenn die Sonne scheint, kann man auf den warmen Steinen der Mole herrlich ruhige, ungestörte Stunden am nur seicht plätschernden Wasser verbringen.

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Erstveröffentlichung: 22.10.1998
Letzte Aktualisierung: 08.02.2003
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