Diese kleine Insel findet in der Mehrzahl deutschsprachiger Reiseführer kaum Erwähnung - wenn überhaupt, dann nur am Rande der Beschreibung des Ring of Kerry. Und das ist auch ganz gut so, denn daher kommt es, daß Valentia selbst in der Hochsaison kaum touristisch überlaufen ist. Die wenigen kleinen Straßen, die die Ortschaften Portmagee, Chapeltown und Knightstown verbinden, würden starken Autoverkehr auch gar nicht verkraften - und für Busse ist Valentia Island ohnehin tabu. Es gibt (einschließlich Portmagee, das eigentlich gar nicht mehr zu Valentia Island gehört, da es auf der anderen Seite des Portmagee Channel liegt) nur 3 richtige Restaurants, 5 (sehr gemütliche) Pubs und 2 kleine, den Tankstellen angeschlossene Supermärkte. Wer "Größeres" vorhat, kann aber in nur 10 Minuten (plus 5 Minuten Autofähre) von Knightstown aus Cahersiveen erreichen, das als größere Ortschaft direkt am Ring of Kerry über ein entsprechend größeres Angebot verfügt.

Man ist auf Valentia Island "unter sich": Abgesehen von den "Durchreisenden", die einen Abstecher vom Ring of Kerry machen und maximal eine Nacht in einem der wenigen B&B auf Valentia verbringen, treffen sich hier vor allem Angler, Vogelkundler - und natürlich Taucher. Vor allem am Wochenende haben die einheimischen Fischer in den Pubs die Oberhand, und spätestens bei zweiten Glas Guinness, Murphy's oder einem anderen Stout kommt man ins Gespräch...

Valentia ist der ideale Standort für Taucher, und bietet trotzdem - selbst auf diesem kleinen Raum (die Insel hat nur rund 25 Quadratkilometer) - schöne Ausflugsmöglichkeiten für "Zwischendurch", z.B. zwischen Vormittags- und Nachmittagstauchgang. Da ist z.B. Bray Head, die in den offenen Atlantik ragende Westspitze Valentias. Wenn man mit dem Auto, von Portmagee aus kommend, nach der Brücke nicht rechts sondern links abbiegt, erreicht man, sich immer links haltend, nach einige Kurven (und vielen tiefen Schlaglöchern) einen kleinen Parkplatz. Von hier aus geht es über das geschlossene Weidegatter hinweg immer bergauf; der kleine Weg führt durch die Gemeinschafts-Weideplätze von Valentia, auf denen sich Schafe mit Markierungen in den unterschiedlichsten Farben (je nach Besitzer rot, grün oder blau) tummeln. Nach einer guten Dreiviertelstunde erreicht man die Ruinen der Festung, die auf Bray Head thront (sie diente ehemals der frühzeitigen Entdeckung von Schmugglern). Hier oben muß man - besonders bei kräftigem Südwestwind - schwindelfrei sein, um die Schönheit der Landschaft genießen zu können: der Blick hinab zu den Klippen ist spektakulär, und es ist erstaunlich, wie schwindelerregend nahe am Abgrund die Schafe in aller Seelenruhe grasen. Von hier aus kann man auch besonders gut die Blasket Islands und die Skelligs sehen.

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Valentia Island
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© copyright 1998 - Sandra und Andreas Haars

Erstveröffentlichung: 22.10.1998
Letzte Aktualisierung: 08.02.2003

Märchenhaftes Irland - Tauchen in Südwest-Irland

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