Mit (aber auch ohne) tatkräftige Unterstützung der gespannten Gäste hat Bill spätestens nach 1/4 bis 1/2 Stunde - häufig aber auch schon nach wenigen Minuten - das erste Tier gesichtet. Der Schiffsmotor wird rasch ausgestellt, Anker gesetzt und Bill gleitet vorsichtig ins Wasser um nachzusehen, ob es sich "lohnt" und die Gäste ebenfalls ins Wasser kommen können: so stellt Bill sicher, daß schlafende Manatees oder säugende Muttertiere nicht gestört werden. Erteilt Bill die "Freigabe", schlüpfen alle schnell in ihre Flossen, setzen ihre Maske auf, schnappen die Foto- oder Videokamera (auf jeden Fall lohnenswert !), gleiten (nicht springen !) ebenfalls ins Wasser und schnorcheln (das gewisse Ausrüstungsteil, was hierfür den meisten Höhlentauchern fehlt, verleiht Bill - selbst Höhlentaucher - meist gerne) an Ort und Stelle.

Und dann kommt der Moment, wenn man zum ersten Mal diesem einzigartigen Tier so nahe kommt, daß man es berühren kann: es fühlt sich kühl und rauh an - wie Elefantenhaut (bzw. wie man sich Elefantenhaut so vorstellt, denn wer hat schon das letzte Mal einen Elefanten gestreichelt seit dem Besuch als Kind im Zoo oder Zirkus). Dann die Überraschung: dieses riesige Tier ist nicht nur ausgesprochen furchtlos und freundlich, oft scheint es vorsichtige "körperliche Zuwendung" sogar zu mögen - besonders wenn man es mit den Fingerspitzen hinter den kurzen Seitenflossen (sozusagen "unter den Achseln") krabbelt. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn es sich dann auf den Rücken dreht, die Flossen von sich streckt und - wenn man sich spielerisch zurückzieht - ebenso spielerisch folgt. Wenn ein Manatee in der entsprechenden Laune ist, "spielt" es oft stundenlang mit den Schnorchlern und zeigt deutlich mehr Ausdauer als diese, die spätestens nach einer halben Stunde leicht ausgekühlt aber mit strahlenden Augen zum Boot zurückpaddeln.

Dann geht es weiter, meist zu einem glasklaren Quelltopf namens "Two Sisters", einem Nebenarm der King's Bay, wo quasi "Manatee-Garantie" gilt: Hier halten sich selbst in der "Vorsaison" häufig einige Tiere auf, und hier herrschen auch bessere Sichtbedingungen als draußen in der eher trüben Bay: Im türkisblauen, kaum mehr als 1 1/2 Meter tiefen Wasser diese freundlichen Tiere beobachten zu können, ist ein unvergessliches Erlebnis (was von Bill natürlich auch "dramaturgisch" so gesteuert ist - sozusagen als "Steigerung").

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Manatee Time (2)
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Erstveröffentlichung: 07.01.2001
Letzte Aktualisierung: 08.02.2003

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