Tauchen im Nordwesten von Sardinien, rund um Capo Caccia, Capo Galera und Punta Giglio heißt vor allem Grotten- und Höhlentauchen, wobei auch die U/W-Landschaft ”draußen” so einiges zu bieten hat: Insbesondere rund um das Capo Caccia und an der Spitze von Punta Giglio ist bei leichter Strömung einiges an Fisch unterwegs; senkrechte Steilwände, riesige Felsblöcke und gigantische Felsnadeln, die sich aus der Tiefe erheben, bieten die eindrucksvolle Kulisse für so manchen Tauchgang. Berühmt aber ist diese Gegend trotzdem vor allem für ihre Grotten – und zwar nicht nur irgendwelche betauchbaren Karstlöcher in den wie Schweizer Käse durchlöcherten Felsplateaus, sondern ganz Besondere: Hier kann man teilweise die ansonsten nur noch in sehr großen Tiefen anzutreffende Echte Rote Koralle entdecken, dazu einen farbenprächtigen Bewuchs, wie wir ihn bisher in keinem anderen Mittelmeergebiet gesehen haben. Also ein geradezu ideales Tauchgebiet für all‘ diejenigen, die dem geheimnisvollen Zauber des Grottentauchens erlegen sind, gleichzeitig aber auch ein Auge für’s Detail und Freude an der üppigen Vielfalt haben, die die niedere Tierwelt Unterwasser zu bieten hat.
Allerdings sollte man die Tauchbasis, mit der man sich in Neptun’s Reich begibt, mit Bedacht wählen: Unter der Vielzahl von Tauchbasen rund um Alghero gibt es einige, die es mit den Regeln für das sichere Betauchen von Grotten und Höhlen nicht allzu genau nehmen. Und damit ist nicht das in Europa häufig übliche Grottentauchen ohne Leine bis an die Tageslichtgrenze (oder kurz dahinter mit anschließendem Auftauchen in einer Luftglocke) gemeint, sondern ”Rudeltauchen” mit bis zu 8 Mann gleichzeitig durch enge Passagen und in Bereichen, die sich weit außerhalb der Tageslichtzone befinden und dem klassischen Höhlentauchen zuzurechnen sind.
Es gibt einige Grotten, wo die Grenze zum Höhlentauchen sehr fließend ist und es wirklich nur wenige Meter bis zur nächsten Tageslichtzone bzw. Auftauchstelle sind, wo es dann teilweise phantastische, stalaktitengeschmücke Räume zu entdecken gibt – und bis hier guiden auch die konservativeren Tauchbasen (allerdings nur in kleinen Gruppen) – aber man sollte bei jedem Tauchgang in eine Grotte, die man noch nicht kennt, beim Briefing sehr genau zuhören und ggf. nachfragen, um bereits vor dem Tauchgang entscheiden bzw. klären zu können, was man noch mitmacht und wo man seine persönliche Grenze zieht.
Dann aber steht dem Erlebnis ”Sardischer Höhlenträume” nichts mehr im Wege.

WebMaster: Andreas Haars - webmaster@zauberwelten.com
© copyright 1998 - Sandra und Andreas Haars
Erstveröffentlichung: 28.02.2004
Letzte Aktualisierung: 28.02.2004
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