Ebenfalls für ”Höhlenmolche”, die auch ”trockenen Höhlen” etwas abgewinnen können, ist die Grotta di Nettuno – die Neptunsgrotte. Diese vielleicht berühmteste Schauhöhle Sardiniens läßt sich auf zweierlei Wegen erreichen: Erstens vom Meer aus – dies ist die bequemere (und teurere) Variante. Von Alghero aus (mit Zwischenstopp in der Bucht von Dragonara) fahren große Fährboote die Grotte in regelmäßigen Abständen an, ”spucken” ihre Passagiere direkt am auf Meereshöhe gelegenen Höhleneingang aus und holen sie nach der Führung auch direkt wieder ab. Die zweite Variante ist da die weitaus Sportlichere: Hier liegen zwischen der Stelle, wo man sein Auto hoch oben auf dem Cabo Caccia parken kann, und dem Höhleneingang 652 Stufen, die sich auf einem spektakulär angelegten Weg die Steilwand hinunter winden. 652 Stufen hinunter heißt aber naturgemäß auf dem Rückweg auch wieder 652 Stufen hinauf – doch das klingt dramatischer, als es dann tatsächlich ist, denn die Aussicht belohnt für die Mühen und lädt an der einen oder anderen Ecke auch immer wieder zum Verweilen (und Fotografieren) ein.
Die Höhle selbst ist nicht viel anders als die meisten Schauhöhlen: Bequem angelegte Wege zwischen inszeniert ausgeleuchteten, stalaktiten- und stalagmitengeschmückten Räumen, Führern, die sich alle Mühe geben, die wichtigsten Dinge in 3 oder 4 Sprachen gleichzeitig zu erklären, die Gruppe zusammenzuhalten – der Besuch einer Schauhöhle bedeutet häufig Massentourismus, und hier ist die Neptunsgrotte keine Ausnahme. Schön ist sie trotzdem – und der Weg hin dorthin ist es allemal.
Erstveröffentlichung: 28.02.2004
Letzte Aktualisierung: 28.02.2004

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