Ein ganz besonderes "Loch" ist die Schwefelhöhle: Ihr Eingang liegt in rd. 10 m Tiefe und erinnert in seiner Form an eine Sanduhr. Durchtaucht man ihn, sollte man zunächst genau die schräg überhängende Wand auf der linken Seite betrachten: Sie ist wunderschön bewachsen, und unter ihr steht das eine oder andere Mal ein kleiner Zackenbarsch. Geradeaus sieht man einen schmalen, hohen Spalt, der in Höhleninnere führt. Es geht einige Meter aufwärts, bis sich der Gang zu einem dunklen Raum mit glasklarem Wasser öffnet. Wenn man diesen Raum bis an die hintere Wand durchquert und dann langsam auftaucht, sollte man darauf gefaßt sein, daß etwa 1-2 m unterhalb der Wasseroberfläche eine milchige, sehr kalte Schicht durchquert werden muß. Die milchigen Schlieren stammen von Schwefelgasen, die in der Höhle austreten und sich im Oberflächenwasser lösen. Man sollte daher auch nach dem Auftauchen den Lungenautomaten im Mund behalten, um ein Einatmen der giftigen Gase zu vermeiden.
In der mit Luft gefüllten Kuppel flattern häufig ein paar Fledermäuse herum, an mehreren Stellen fällt Licht in die Grotte, so daß man die Lampe ausschalten und sich in Ruhe umschauen kann. Die Kälte des Wassers treibt einen jedoch bald wieder in die vergleichsweise kuschelig warme "Tiefe" von rd. 6 m - und dort leuchtet einem auch schon der Höhleneingang als tiefblauer Spalt entgegen.
Wer noch genug Luft hat (und dies ist sehr wahrscheinlich, wenn man sich nicht gerade stundenlang in der Schwefelhöhle aufhalten möchte), gibt es nur wenige Meter weiter rechts (Blickrichtung landeinwärts) eine weitere, große Höhle, die allerdings regelmäßig auch von Booten befahren wird, so daß man sich vor allem im Eingangsbereich nicht gerade nahe der Wasseroberfläche aufhalten sollte (was allerdings auch nicht bedeutet, daß man am Grund "entlangkratzen" muß - es gibt dazwischen einige Meter Wasser, die genug Platz zum entspannten Tauchen lassen...). Besonders spektakulär ist diese Höhle vielleicht nicht gerade - abgesehen von dem schönen Ausblick zurück ins Blaue - aber trotzdem auf jeden Fall einen Besuch wert - selbst wenn nur als gemütliche Austauch-Alternative.

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© copyright 1998 - Sandra und Andreas Haars
Erstveröffentlichung: 18.03.1998
Letzte Aktualisierung: 08.02.2003
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